Das älteste Holzhaus Mitteleuropas, das 1176 erbaute Haus Nideröst in Schwyz.
Das älteste Holzhaus Mitteleuropas, das 1176 erbaute Haus Nideröst in Schwyz.
 
An Ort und Stelle restaurieren  

Schwyz: Denkmalpflege gegen Versetzung des Hauses Nideröst
 
Das älteste Holzhaus Mitteleuropas, das Haus Nideröst in Schwyz, muss an Ort und Stelle restauriert werden. Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) in einem Gutachten.

Der Eigentümer will das über 800 Jahre alte und geschützte Haus abreissen. Die Substanz sei weitgehend verfault, argumentiert er. Der Schweizer Heimatschutz (SHS), Pro Patria und die EKD verneinen dies. Das Haus könne ohne übermässigen Aufwand renoviert werden. Entscheiden muss die Schwyzer Regierung. 

Umstrittener Kompromissvorschlag

Sie hatte am Montag bekannt gegeben, dass ein Kompromissvorschlag an der Haltung der Denkmalschützer gescheitert war. Der Regierungsrat wollte den Bau mit finanzieller Unterstützung von SHS und Pro Patria versetzen. Auf die Idee einer Versetzung war sic durch eine wissenschaftliche Untersuchung gekommen, laut der das Haus schon im 17. Jahrhundert verschoben worden war.

Gestern begründeten nun SHS und Pro Patria ihr Nein zu diesem Vorschlag. Eine Verschiebung des Hauses würde den historischen Zeugniswert auf das Gravierendste kompromittieren, schreiben sie. Ein neuer Standort käme einer Geschichtsfälschung gleich. Die beiden Organisationen stützen sich dabei auf ein Gutachten der EKD. Diese warnt davor, das Gebäude zu zerlegen. Einzelne Balken und das ganze Gefüge nähmen dabei ernsthaft Schaden.

Es müsse alles daran gesetzt werden, das mittelalterliche Haus von nationaler Bedeutung an Ort und Stelle zu erhalten, schreibt die EKD. (sda)


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